Die genetische Diagnostik in der Urologie gewinnt zunehmend an Bedeutung. In den aktuellen urologischen S3-Leitlinien wird bei verschiedenen Indikationen ausdrücklich eine genetische Abklärung empfohlen, um Diagnosen zu präzisieren, Therapien gezielt auszuwählen und familiäre Risiken frühzeitig zu erkennen.
Insbesondere die genetische Sprechstunde ist heute ein wichtiger Bestandteil der modernen urologischen Versorgung. Zahlreiche urologische und nephrologische Erkrankungen haben eine genetische Ursache, die für den weiteren klinischen Verlauf, die Prognose und die Therapieentscheidung entscheidend ist.
Ein zentrales Einsatzgebiet der genetischen Diagnostik in der Urologie ist der unerfüllte Kinderwunsch und die männliche Infertilität. Genetische Ursachen wie chromosomale Aberrationen, monogene Erkrankungen oder syndromale Zusammenhänge spielen hier eine wesentliche Rolle.
Die frühzeitige genetische Abklärung unterstützt:
- die gezielte weiterführende Diagnostik
- die Therapieplanung
- die Beratung von Paaren mit Kinderwunsch
- die Einschätzung von Erfolgswahrscheinlichkeiten reproduktionsmedizinischer Maßnahmen
Urologische Tumorerkrankungen
- Verdacht auf hereditäre Tumorsyndrome
- Frühes Erkrankungsalter
- Positive Familienanamnese
- Mehrfache oder bilaterale Tumoren
Hereditäre Nieren- und Harnwegserkrankungen
- Polyzystische Nierenerkrankung (PKD)
- Alport-Syndrom
- Angeborene Fehlbildungen der Nieren und ableitenden Harnwege (CAKUT)
- Renale tubuläre Dysgenesie
- Nephronophthise (NPHP)
Oder direkt über die
genetikum Standorte