In der Pädiatrie – und speziell in der Neuropädiatrie und Kinderkardiologie – ist die genetische Diagnostik heute nicht mehr wegzudenken. Sie bietet uns die Möglichkeit, genetisch bedingte Erkrankungen früh und eindeutig nachzuweisen oder auszuschließen. Durch die richtige Diagnose können Eltern frühzeitig mit einer eventuellen Therapie und Förderung Ihres Kindes beginnen. Auch mögliche, nicht selten mit einem Syndrom einhergehende, Begleiterkrankungen können wir so rechtzeitig erkennen. Und für die Eltern können wir bei weiterer Familienplanung ein mögliches Wiederholungsrisiko abschätzen.
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Bei vielen syndromalen Erkrankungen, insbesondere im Kindesalter, können Symptome von verschiedenen Erkrankungsgruppen gleichzeitig auftreten. Eine Eingrenzung der in Frage kommenden Gene, die defekt sein können, ist in diesem Fall nicht immer ohne Weiteres möglich. Zur genetischen Abklärung kann daher die Sequenzierung des gesamten Exoms (whole exome) mittels NGS (Next Generation Sequencing) sinnvoll sein, die auch als Trio-Diagnostik (gleichzeitige Untersuchung der Eltern) durchgeführt werden kann. Durch die Erstellung von Genlisten anhand von klinischen Symptomen (HPO, human phenotype ontology) kann die Anzahl der in Frage kommenden Gene bei der Auswertung symptombasiert eingegrenzt werden. Je nach Fragestellung kann auch eine eingegrenzte Genauswahl mithilfe eines vorgegebenen Panels ausgewertet werden.
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Zahlreiche Gene, die mit angeborenen Entwicklungsstörungen assoziiert sind, beeinflussen das genomweite Methylierungsmuster und damit die Genexpression. Krankheitsverursachende Sequenz- oder Kopienzahlvarianten in diesen Genen, können zu für das jeweilige Gen typischen, wiedererkennbaren Veränderungen des genomweiten Methylierungsmusters führen, einer sogenannten epigenetischen Signatur oder Episignatur.
Mittels Mikroarray werden mehr als 800.000 Methylierungsstellen analysiert, um ein Methylierungsprofil funktionell relevanter Regionen des gesamten Genoms zu erstellen. Durch den Vergleich mit Referenzdaten können bekannte Episignaturen syndromaler Erkrankungen erkannt werden. Auch klassische Imprinting-Erkrankungen (z. B. Angelman-Syndrom, Prader-Willi-Syndrom, etc.) lassen sich so zuverlässig diagnostizieren.
Eine Übersicht der aktuell mit dieser Methode identifizierbaren Erkrankungen finden Sie unter diesem Link
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